KAKTUS

Das Projekt

…fand seinen Ursprung bei einem Besuch des Erfurter Kakteenhauses Haage, dem weltweit ältesten seiner Art. Ohne vorherigen Bezug oder Vorkenntnisse zum Thema Kakteen war ich sofort von den abstrakt anmutenden Pflanzen und der scheinbar unendlichen Vielfalt fasziniert. Die Anpassung an spezielle Umweltbedingungen hat außergewöhnliche Formen und mit ebenso speziellen Funktionen hervorgebracht. Zwischen Adlerkrallen ähnelnden Dornen, mikroskopisch kleinen Widerhaken, fraktalen Strukturen und verschlungenen Seitentrieben war die Idee für die Kakteen-Porträts geboren.

Statt rein dokumentarischer Abbildungen wollte ich jedoch die Idee der jeweiligen Pflanze,  ihre Besonderheit darstellen, wie zum Beispiel die geometrische Anordnung der Dornen oder den Farbverlauf von alten zu jungen Pflanzenteilen. Eine Woche später hatte ich die Fotografiererlaubnis, baute eine kleine Studioanordnung auf und begann mit Probeaufnahmen, um mich dem Thema zu nähern und eine Idee für die Fotografien zu entwickeln.

Der schwarze Hintergrund schien mir am geeignetsten, einen gewissen Abstraktionsgrad zu erreichen. Mittels künstlicher Beleuchtung konnte ich ausgewählte Eigenschaften betonen und verstärken. Zudem wollte ich ungewohnte Blickwinkel zeigen, die wiederum einen wichtigen Abstraktionsgrad in die Darstellung bringen sollten, wodurch das gewohnte – auf Vergleiche mit bekanntem beruhende – Sehen und intuitive Einordnen der Objekte in vordefinierte Schubladen verhindert wird. Ohne bekannte Relationen  und Maßstäbe der Umgebung (die Größe des Tisches, die Farbe des Himmels etc.) muss der Betrachter das Objekt neu (er-)sehen…

 

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Posted: Dezember 10, 2017

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